Ein wort über griechenland …

1 02 2012
Zeus entführt Europa

Zeus entführt Europa

Es ist Nacht am Olymp. Nyx heißt sie und Zeus fürchtet sie. Zeus, Göttervater und Herrscher Griechenlands, sitzt müde mit dem Kopf in seinen Händen am göttlichen Schreibtisch und seufzt: „Die Titanen! Wie ich sie hasse!“

Es klopft und ein Diener erscheint. Er kündigt das Eintreffen des Hermes an, Gott der Händler und des Marktes, Bote der Menschen. Hermes tritt ein. Er atmet schwer, auf seiner stolzen Stirn eine tiefe Sorgenfalte.

Sofort erhebt sich Zeus und grüßt mit aufgehellter Miene: „Ah Hermes! Guter Hermes! Komm und setz dich, ruh dich aus! Etwas Wein?“

Danke. Regelmäßig Wein und einen Stuhl. Die befriedigendsten Gaben in dieser schweren Zeit.“ Er nimmt einen Schluck. „Die Menschen protestieren! Sie erheben sich gegen den Olymp! Gegen die Olympier!“

Sprich Hermes! Wie ernst ist es unten im Volk? Wie geht es meinen geliebten Griechen?“

Die Griechen verstehen nicht, wohin all das viele Geld gekommen ist, das uns von den Titanen geliehen wurde. Sie sind zornig, streiken und drohen mit einem Aufstand. Wir haben keine Wahl, ihr müsst handeln!“

Zeus tritt ans Fenster und blickt hinunter auf ein fernes Athen, in dem schmutzige Kinder weinen, Frauen sich blond gefärbte Haare raufen und mürrische Männer knurrend Retsina schlürfen. Er dreht sich zu Hermes, der sich gerade nackt auszieht und seinen Hintern und Anus erwartungsvoll dem Göttervater anbietet.

Hermes nicht jetzt! Ich bekomme von den Titanen dauernd eine auf den Deckel. Sie wollen ihr Geld wiedersehen und leihen uns solange kein neues, bis wir das alte zurückgezahlt haben.“

Hermes zuckt mit den Schultern während er sich wieder anzieht. „Und wofür haben wirs ausgegeben?“

Nun da wären Jason und Medea. Sie haben sich zerstritten und sie will nun zu ihrem Vater Äetes zurück. Nach der Scheidung muss Jason ihre Hälfte des goldenen Vlieses auszahlen. Dazu kommen noch die Alimente für den Sohn, Medos. Odysseus fordert mehr Geld für den Krieg gegen Troja. Er will irgendso ein dummes Pferd bauen lassen. Sisyphos verlangt einen Mindestlohn. Und er will eine Pensionsrücklage für die Zeit nach dem Steinerollen.“

Hermes nickt. „Aber das ist wohl nicht so dringend. Das kann noch dauern, bis der fertig ist.“

Schon. Aber dazu kommen noch die Kosten der dauernden Lebertransplantationen für Prometheus, die Heizkosten für Helios, Andromedas und Perseus‘ Reise zu den Sternen. Dann noch Kybela in Phrygien. Sie verlangt Unsummen für die Psychotherapie zur Behandlung von Dionysos‘ Wahnsinn …“

Mein Herr Zeus!“ spricht Hermes. „Die Menschen fordern ebenfalls etwas von Euch. Es geht um all eure unehelichen Kinder. Sie wollen Alimente.“

Oh.“ Zeus räuspert sich peinlich berührt. „Von wievielen angeblich von mir gezeugten Kindern reden wir da?“

Nun da wären Herakles, Perseus, Persephone, Iasion, Dardanos, Harmonia …“

Zeus nickt zustimmend: „Jaja. Harmonia.“

Hermes fährt fort: „Weiters die Zwillinge Amphion und Zethos, Kolaxes, Pan, Minos, Sarpedon, Rhadamanthys, Tityos, die Chariten: Aglaia, Euphrosyne, Thalia und Asopos. Hmm. Artemis. Apollon. Helena.“

Zeus winkt genervt ab. „Ich versteh schon.“ 

Athene. Melete, Mneme, Aoide, Klio, Melpomene, Terpsichore, Thalia, Euterpe, Erato, Urania, Polyhymnia, Kalliope …“

Es reicht! Danke Hermes!“

Hermes zögert. „Insgesamt 64. Dann noch … ich. Hermes.“

Auch du?“

Äh. Ja. Maia? Meine Mutter. Erinnerst du dich?“

Ach stimmt. Das hätt ich jetzt fast vergessen. 65?“ 

Zeus klatscht in die Hände: „Also gut. Was tun wir? Wir brauchen Lösungen hier.“

Wir könnten die Asen fragen? Odin? Vielleicht borgt uns der etwas? Oder die Ägypter?“

Nein nein. Das hab ich alles schon versucht. Der Ase Loki hat eine Ratingagentur aufgemacht und uns prompt auf Ramsch runtergestuft. Kein Schwein gibt uns mehr Kredit. Nicht einmal die Jehowa-Kerle, wie heißen die?“

Juden?“

Ja. Genau. Wir müssen uns etwas anderes überlegen.“

Wir könnten etwas verkaufen? Privatisieren. Vielleicht die Tarnkappe? Die Hadeskappe? Eventuell die Flügelsandalen. Die müssten doch gutes Geld bringen. Wir könnten den Hermesstab an die Amerikaner verkaufen. Die verwechseln den sicher mit dem Äskulapstab und zahlen das zehnfache.“

Zeus ist begeistert. „Ja! Oder die Büchse der Pandora! Die bringt sicher einiges.“

Da muss ich Euch enttäuschen, Herr. Die Büchse der Pandora ist leider schon leer. Aber eventuell das Füllhorn?“

Nein. Das haben wir schon verkauft. War ein schlechtes Geschäft. Und wenn wir einfach aus der Götterunion austreten?“

Hermes runzelt die Stirn. „Das scheint mir eine teure Option zu sein. Wir bräuchten eine neue Währung und diese würde sofort um 60 – 70 % abwerten. Unser Handel wäre auf Jahre hinaus zerstört.“

Laut krachend schlägt Zeus mit der flachen Hand auf den Tisch. „Man hätte uns das Geld erst gar nicht geben dürfen! Eine Unverschämtheit! Wir brauchen hier einen Schuldigen, Hermes! Vorschläge?“

Hermes denkt nach. „Die Jehova-Kerle?“

Ja. Das klingt gut. Die nehmen wir.“ Voller Elan fährt der Göttervater fort: „Weiters verkaufen wir den ganzen Wunderramsch, diese Flügelpatschen und den Schlangenstecken. Und in die Pandoraschachtel füllen wir noch einen Haufen faule Kredite und verschenken sie an diese lästige Germanin, wie heißt die? Merkel! Genau. Der sagen wir sie soll nicht reinschauen und wenn sie es trotzdem tut, dann ist sie selber schuld! Ha!“ Vergnügt spuckt sich Zeus in die Hände. „So und jetzt: Hosen runter Hermes! Arschbacken auseinander! Ich brauch Entspannung!“

Hermes entkleidet sich wieder. Der Vorhang fällt.

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Kleines esoterik-abc …

18 10 2011
Steine hinter gitter

Steine hinter gitter ...

Heute beginne ich das kleine esoterik-abc gleich mit drei themen. Eine „lichtarbeit“ für mich, um den frust an verbreiteten aberglauben und allgemeiner unwissenheit abzubauen … Legen wir gleich los. 

Kelten: Menschen, die unbestritten einmal in europa lebten und ziemlich schreibfaul waren. Bei ihnen konnten nur die druiden lesen und schreiben und das macht jene wiederum sehr interessant. Sie bauten gerne kalender aus steinen, die allerdings durch ihre größe und ihr gewicht relativ unhandlich waren. 

Steine: Sie sind kein gewöhnliches baumaterial. Hauptsächlich sind sie religiös, bergen energien in sich und haben ein gedächtnis. Man teilt sie in gute und böse steine ein. Die guten liegen still am boden, merken sich alles, was rundum passiert und strahlen energien aus, während die steine, die sich über den köpfen von menschen befinden, tendenziell zu den bösen steinen gehören. Sie verursachen je nach größe und höhe körperliche beschwerden, wie zb. kopfschmerzen, beulen, gehirnerschütterungen bis hin zu inneren blutungen und geknickte genicke. Wichtig: Bei steinen kommt es auf die polarisation der energie an! Ein dreimaliges klopfen auf die oberseite reicht, um den stein positiv zu polarisieren.

Radiästhesie / Radiästhetik: Durch pendeln und rutengehen erfühlt der sensible mensch die strahlung der geopathogenen phänomene. Wasseradern und störfelder lassen krebs entstehen, somit wird man unfruchtbar und deswegen kann man dann nicht schlafen. Glücklicherweise entwickelten zwei französische provinzpfarrer ende des 19. jahrhunderts rechtzeitig diese kunst, um schlimmeres abzuwenden. Bereits die römer nutzten die radiästhetisch wahrnehmbaren eigenschaften in der landschaft, um ihre häufig schnurgeraden heerstraßen mit aufbauender energie zu versorgen und so ihre marschierenden legionäre zu kräftigen.

Bis bald mit neuen stichwörtern …

Euer René Monet





Schibboleth und Revolution

16 06 2011

Original Linzer Worte – letzte Lesebühne vor der Sommerpause am Freitag, dem 24. Juni
20 Uhr, Grandhotel zum Rothen Krebsen

Die arabische Auflehnung gegen lästige Potentaten imponiert uns wohlstandsverwahrlosten Bohèmiens natürlich ungemein. Uns regt auch so vieles auf! Es keimt die Hoffnung, dass der Geist der Revolution auch den drögen Zentralraum erfasst und aufwühlt. Zu lange wurden wir von Chemie, Langeweile und Drogen unterdrückt! Zu lange von Raiffeisen, Mitzi Fekter und schlechtem Wetter.

In diesem Sinne möchten wir euch herzlich zum Umsturz der herrschenden Verhältnisse einladen. Macht mit uns den Rothen Krebsen zum Tahrir-Platz für Arme! Empört euch, erhört uns, zerstört was! Lasst die Stimmungsbomben explodieren!

Vorfreude gießt uns unser Gast Thomas Havlik ins Herz. Wie immer mit uns, die wir immer da sind für euch: Anna Weidenholzer, René Bauer, Klaus Buttinger, Dominika Meindl. Wie immer um 20 Uhr, wie immer mit Revolutionsmusik unserer „Blutgruppe“, wie immer gratis, wie immer zum Preis grässlicher Preise bei der Tombola des Grauens.

http://linzerworte.blogspot.com/



Noch was: Heute mal werbung in eigener sache und schließe damit gleich noch eine kleine bildungslücke: „Ein oder eine Schibboleth (Plural: Schibbolethe, Schibboleths oder Schibboloth) ist eine sprachliche Besonderheit, durch die sich ein Sprecher einer sozialen Gruppe oder einer Region zuordnen lässt.“ (Wikipedia)

Hab ich doch aus fadesse einem unserer bekanntesten regionalen schibboleths ein t-shirt gewidmet.

Zu bestellen hier.

Und: Natürlich habt ihr gewusst, was ein schibboleth ist. Ich auch. Ähm.





Onan der missverstandene …

10 02 2009

Masturbation - Gustav Klimt

Wieder einmal erreichte mich per pferdekurier eine dringende anfrage  um erleuchtung in einer sehr diffizilen thematik:

„Sehr verehrter Herr Textsuppenkoch und Wissender in allen sieben Weltlehren!Viel reflektiere ich dieser Tage über die segensreichen Lehren von Mutter Kirche.
Die dieswöchige Frage oszilliert zwischen bekannt und pikant: Als bekannt im katolischen
(sic!) Kontext gilt die rückenmarksschädigende Wirkung der nicht bloß semantischen Onanie. Was ist der genaue anatomische Unterschied zur korrekten ehelichen Semination in reproduktionaler Intention, die laut Katechismus keine körperlichen Schäden bewirkt? Und warum leidet das Sehvermögen masturbierender Damen nicht?
Hochachtungsvoll,
Frau Minkasia

Die praktische onanie, die scheinbar ihren ursprung in der alttestamentarischen geschichte des Onan hat, wird in ihren moralischen (und auch körperlichen) auswirkungen völlig falsch eingeschätzt. Aufklärend möchte ich zuerst voranstellen, dass Onan NICHT wie manche behaupten, von seinem gott bestraft wurde, weil er seinen samen zum geraniengießen verwendete, sondern weil er seine schwägerin nach dem tod seines bruders nicht heiraten (das levirat) und ihn (den samen) IHR (der schwägerin) nicht hineinseminieren wollte, was ich natürlich trotzdem nicht gutheißen möchte. Sonst sagt die zb die bibel nichts eindeutiges über onanie.

Die rückenmarksschäden dagegen kommen von Kant, der völlig zurecht die onanie als noch verwerflicher als selbstmord einschätzte und damit einen wichtigen beitrag zur abendländischen kultur lieferte. Kant auferlegte sich bände seiner eigenen werke, um den trieb der selbstbefriedigung zu widerstehen, solange, bis er rückenschmerzen hatte und trotzdem wichste. Er verschwieg die bücherkasteiung allerdings und übrig blieb das gerücht der rückenmarksschädigung. Damen hatten das problem nicht, da sie in der bibel sowieso fast nicht vorkommen.

Zusammenfassend kann ganz klar gesagt werden, das onanie nach Kant mit dem tode bestraft gehört, genauso wie unsinniges beschäftigen mit sudokus am sonntag (nach berichten von spontan-orgasmen auch eine art der onanie)! Daher kommen nämlich die kurzsichtigen! Bei diesem thema kann man eigentlich gar nicht fundamentalistisch genug sein. Biologielehrerinnen, die das gegenteil behaupten, werden in der hölle schmoren!

Wie schrecklich onanie sein kann, sieht man hier!





Start

25 09 2007

Na sehr geil. Der erste eintrag. Gleich vorweg, ich bediene mich am liebsten der gemäßigten kleinschreibung, das heißt also, dass ich alles klein schreibe, außer den üblichen satzanfang, eigennamen, ortsnamen, personennamen und ähnliches. Ausnahmen bestätigen die regel. Wie immer.

Als kleine einstimmung in diesen anscheinend mir selbst und meinen texten
gewidmeten blog gibts gleich ein gedicht:

Freie Rede 

gefahren drohen hinter jedem busch
sie springen hervor sogar aus einem wort
einem satz werden sie geboren
man spricht man lacht gefahr sie
springt hervor aus dem mund
des diktators man spricht man lacht
am falschen ort man lacht einen busch
und aus dem busch man spricht man lacht
springt die gefahr des diktators
hervor man springt ums leben
wegen der gefahr dem busch da lacht man
da spricht man da springt man ums leben