Solaris-slam 27. 11. 08

21 11 2008

ps_titel

Zur ankündigung, vormerkung, einprägung und schließlichen hinkommung und vorlesung:

Nextslam is solaris-slam am 27. 11.

Eintritt frei und so wie gewohnt!

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25. September – PPP – Posthof Poetry Slam!

2 09 2008
Tisch

Slambühnenstillleben mit bier

Vergesst den sommer (nicht den Didi Sommer)! Er ist vorbei. Für die dunkle, feuchtkühle herbstwelt, gibt es den perfekten termin für euch! Am 25. september ist bühnenbeben und händekleschen, in ekstase aufspringen und schreien, schreien, schreien hoffentlich die gewünschte abendbetätigung, denn: Der mittlerweile dritte poetry slam im Posthof freut sich über besucher und slammer! Für kurzentschlossene: Man kann auch noch am slamabend erscheinen und an dieser besten aller veranstaltungen teilnehmen. Also rauf auf die bühne! Karten gibts beim Posthof und so weiter ab 3 eypos. Natürlich dürft ihr auch mehr zahlen, wenn euch das zuwenig ist …





Ö-Slam Anthologie mit Live-Mitschnitt auf CD

3 06 2008

Ö-Slam AnthologieDer ö-slam, also der österreich-slam wird dieses jahr in Innsbruck veranstaltet – 24. – 25. oktober 2008 – und das wäre doch eine gute gelegenheit, sich noch schnell die ö-slam-anthologie vom letzten jahr zur brust zu nehmen. Darin finden sich alle teilnehmenden slammer vom wuk in Wien UND man kann sich den live-mitschnitt des semifinales anhören. Ich persönlich finde ja die CD besser, als das buch, weil man selber nicht so viel lesen muss.

Aus dem Vorwort: „Dieses Buch spricht alle Sinne an, ja, es riecht sogar gut! Es ist einerseits ein Dokumentationsprodukt des Ö-Slams, andererseits ein repräsentativer Szenequerschnitt und es ist, man muss es ehrlich sagen, ein Buch, das man getrost allen slamaffinen Menschen ans Herz legen kann. Dieses Buch eignet sich hervorragend zur persönlichen Glücklichmachung, es ist darüber hinaus aber auch ein exzellentes, die Schenkenden interessant machendes, Präsent.“

Beiträge von: gramadigg, Karsten Rühl, Yasmin, René Monet, Martin Fritz, Christopher, Jessica Lind, KYN, Andreas Plammer, Chrischa, Barbara Sabitzer, Der Koschuh, Güle G. Lerch, Thomas Havlik, Didi Sommer, Jimi “River” Lend, Shin Fynx, Catina, Stefan Abermann, Tschif, El Awadalla, Alex Gendlin, Andi Pianka, Markus Köhle und Mieze Medusa

Herausgegeben von: Diana Köhle & Markus Köhle
215 Seiten, ISBN 978-3-9502485-1-7, Preis: EUR 16,-

Bestellen kann mans bei mir (email an rene.monet(at)liwest.at) signiert oder mit widmung oder auch mit kaffeerand wenn gewünscht oder bei Edition ARAMO.

Online-rezension auf www.literaturhaus.at





Linzer Slam Okt. 2007

4 11 2007

Ein Text über die kommende Fußball EM 08:

 7. Juni 2008

Stellt euch vor es war krieg, aber keiner ist hingegangen. Stellt euch vor, der nachbar, der Severin Hundsbachler ist zwar schon hingegangen, aber wie dann keiner dort war ist er wieder heimgegangen.

Stellt euch vor da war ein Samstag, der 7. juni 2008, und es war noch finster in der früh so sechs uhr wars. Europa erwachte, es war eigentlich weltkrieg im Iran, ich griff an der abklingenden morgenerektion vorbei, kratzte mein skrotum und zog die jalousien hoch. Da ist es mir kalt den rücken runter gelaufen, gießkannenmäßig – steht da draußen doch ein kleines mädchen, sechs oder sieben jahresringe hätte man zählen können, hätte man sie umgeschnitten, steht da und schaut mir direkt ins zimmer rein, erdgeschoß, tiefe fenster, – Mein Gott! schrei ich weil ich hab nichts an, lass die jalousien fahren und zerre mir den morgenmantel übers körperknochengestell. Daraufhin erstmal kaffee und ein schnappserl. Schluck und schluck und großes gähnen.

Stellt euch vor da wollten zwei sich lieben und wie ist die liebe, die liebe ist, wie sie ist, wenn er da kommt ists meist zu früh, oder sie kommt gar nicht, aber draußen vor der tür ists kälter, also kuscheln sich zwei zusammen und flüstern wärme in die ohrwascheln, dann hauchen sie sich schon einmal geatmete luft in die mundlöcher, träumen von einem schloß, von amerika und am schluss steht oft ein prozess, sie stecken die nasen und zungen in feuchte äquatorialzonen, kommen dabei in haarige situationen, die so nicht gebucht waren. Besuchen sie mons veneris! Das ausflugsziel mit aussichtsplattform bietet aussicht auf ekstatische höhen, in den spendenschlitz wird ein würstel gestopft und weil sie ihm nichts herausgeben kann, lässt er eben sein genetisches erspartes in den zukunftsfond fließen, da der rest ist für dich und schweigen und ein bissl zigarettenrauch.

Stellt euch vor da war ein samstag und zwei wollten heiraten, dabei waren sie zu dritt, aber es war schon nach mittag und keiner ist gekommen, die liebe war zwar da, aber die harten kirchenbänke leer. Der bräutigam, in der hosentasche drehte er seine gesundheitskugeln, spielte sein glasperlenspiel, der pfarrer Georg Hosenband wollte noch seinen drachen töten, bevor auch er sich mit den dorftelevisionären zusammenhockte im wirtshaus also wurden versprechen mit warmen dunst in die weite kirchenkälte gehustet, dann ringe getauscht – ja und ja und vorbei.

Stellt euch vor da war ein samstag und Gott Fußball zündete mir einen dornbusch an, mit hdtv-auflösung und flach war er und voll mit plasma, dem blut des zornigen Gottes, da erschien mir im wohnzimmer der schwarze mann auf der grünen wiese der hoffnung und pfiff die heiligen märtyrer und engel zusammen, die zwei reiter, die zwillinge Trix und Flix, trieben die fans auf die tribünen, auf dass die apokalypse beginnen sollte. Europa, die königstochter, suchte ihren Zeus und darum war zwar heirat und tod und pest, aber zuallererst erste halbzeit. Da war abverkauf und verkehrsunfall, da waren wehen und kinderkriegen, heulen und zähneknirschen, aber es half alles nichts, wenn der ball rund ist und die fahnen wacheln, könnt ihr euch vorstellen es ist atomkrieg und trotzdem geht keiner hin, ihr könnt euch vorstellen, es ist der weltfrieden ausgebrochen, es ist Österreich fremdenfreundlich geworden, es ist jesus am südbahnhof angekommen, es ist der papst mama geworden, und es bleibt dabei, wenn der 7. juni 2008 angebrochen ist, steht die welt still, das jüngste gericht tagt 3 wochen lang, am ende kriegen nur die auserwählten 11 einen passierschein in das paradies und dürfen aus dem heiligen gral aus 8 kilo sterling silber champagner schlürfen.

Die restlichen gläubigen bleiben hinterm tor stehen, wimmernd vor glück und können sich auf die schultern klopfen und da klopfte es schon an der haustüre, was soll das jetzt, in der 50. minute offenbarung des johannes, die sieben siegel geöffnet, aber es klopfte immer härter, es stand die polizei da und meinte, ob ich das war, nackt, in der früh vor dem kind und was ich mir denke dabei und die eltern hätten mich angezeigt, und dem kind geht’s jetzt schlecht, und ich hab gesagt, aber es ist doch jüngstes gericht, 50. minute, kann das nicht noch drei wochen warten und außerdem wars keine absicht, das kleine mädel, wenn es sich vor fremde wohnungen stellt, das kann immer wieder wieder passieren, überhaupt ist es wie es ist, sagt die liebe, also könnts nicht wieder heimgehen, einfach, vor dem altar niederknien, so wie ich und beten, beten, drei wochen lang? Dann kann von mir aus wieder krieg sein und jeder darf hingehen, die kinder können umfallen wie die rüben, hinter meiner, vorder meiner, links, rechts, aber während der EM, wie könnt ihr arbeiten, essen, atmen während der EM? Was ist euch der ball, die weiße taube, der heilige geist? Ist er euch nichts??? Eint er nicht die welt im kampfe um das himmelreich? Und schafft arbeitsplätze?

Stellt euch vor, da haben sie mich mitgenommen und eingeliefert, mir den psychiater gezeigt und die schwestern. Da wurde der blutdruck gemessen, meine anus-temperatur notiert und medikamente verschrieben. Es wurden köpfe geschüttelt und wieder geschüttelt. Sie haben mir alles weggenommen, aber nicht meinen glauben an die moralische überlegenheit des fußballs und seiner jünger.

Stellt euch vor, es war eigentlich weltkrieg im Iran, aber keiner ist hingegangen. Stellt euch vor, der nachbar, der Severin Hundsbachler ist zwar schon hingegangen, aber wie dann keiner dort war ist er wieder heimgegangen, hat ein bier aufgemacht, die fernbedienung genommen und dann jubel und oje und tor.