Frauentag und essenstag

8 03 2013

Heut verwurschten wir worte, kochen buchstabensuppe, schicken frauen an den krisenherd und machen sonst noch allerlei doofes im Grand Hotel zum Rothen Krebsen um 20 uhr. Die lesebühne O.L.W. (original linzer worte) mit dem gast Manfred Gram arbeitet sich an kulinarischem ab.

Essen und gegessenwerden. Und das wort ist fleisch geworden. Natürlich wartet auch die tombola des grauens mit grässlichen preisen auf euch!

Heute. Hinkommen. Mahlzeit!

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Geschunden durch den schmutz!

15 09 2012

Wir schinden uns für euch, wir beschmutzen unsere kehlen mit feuchten träumen und bierschäumen, bis es uns die aphrodite aus der klomuschel herausdrückt! Wir schenken unsere jungfräulichkeit her, besudeln unsere reputationen und verunglimpfen alle, die es nicht einmal verdient hätten. Wir beschwören den weltuntergang nur für eine billige pointe! Wir zerlegen und zeranalysieren unser innerstes und schämen uns ohne grund und hoden!

Wir sind die original linzer worte und am 22. september im posthof zu sehen! Die grausamsten preise der tombola des grauens warten ebenso auf euch, wie der von uns völlig unterbezahlte „Manfred REBHANDL“ der sogar einen pulitzerpreis oder sowas im krimigenre mit seinem „schwert des ostens“ gewonnen hat. Vielleicht liest er uns auch was vor, weil er machts nur gegen geld!

Wogegen wir unsere schleimhäute völlig gratis prostituieren, lediglich eine schutzgebühr von 7/9/11 eypos müssen wir zwecks griechenlandhilfe einheben. Aber dafür sorgen die schutzgeldkassierer vom posthof, da machen wir unsere hände nicht schmutzig!

Kommet, ihr kinderlein, kommet!

Wer noch immer nicht überzeugt ist, möge sich doch gefälligst das interview mit der Fr. Präsidentin und mir anhören, dann müssten eigentlich alle bedenken ausgeräumt sein! -> http://fro.at/

linzerworte.blogspot.com
www.posthof.at

 





Ein wort über griechenland …

1 02 2012
Zeus entführt Europa

Zeus entführt Europa

Es ist Nacht am Olymp. Nyx heißt sie und Zeus fürchtet sie. Zeus, Göttervater und Herrscher Griechenlands, sitzt müde mit dem Kopf in seinen Händen am göttlichen Schreibtisch und seufzt: „Die Titanen! Wie ich sie hasse!“

Es klopft und ein Diener erscheint. Er kündigt das Eintreffen des Hermes an, Gott der Händler und des Marktes, Bote der Menschen. Hermes tritt ein. Er atmet schwer, auf seiner stolzen Stirn eine tiefe Sorgenfalte.

Sofort erhebt sich Zeus und grüßt mit aufgehellter Miene: „Ah Hermes! Guter Hermes! Komm und setz dich, ruh dich aus! Etwas Wein?“

Danke. Regelmäßig Wein und einen Stuhl. Die befriedigendsten Gaben in dieser schweren Zeit.“ Er nimmt einen Schluck. „Die Menschen protestieren! Sie erheben sich gegen den Olymp! Gegen die Olympier!“

Sprich Hermes! Wie ernst ist es unten im Volk? Wie geht es meinen geliebten Griechen?“

Die Griechen verstehen nicht, wohin all das viele Geld gekommen ist, das uns von den Titanen geliehen wurde. Sie sind zornig, streiken und drohen mit einem Aufstand. Wir haben keine Wahl, ihr müsst handeln!“

Zeus tritt ans Fenster und blickt hinunter auf ein fernes Athen, in dem schmutzige Kinder weinen, Frauen sich blond gefärbte Haare raufen und mürrische Männer knurrend Retsina schlürfen. Er dreht sich zu Hermes, der sich gerade nackt auszieht und seinen Hintern und Anus erwartungsvoll dem Göttervater anbietet.

Hermes nicht jetzt! Ich bekomme von den Titanen dauernd eine auf den Deckel. Sie wollen ihr Geld wiedersehen und leihen uns solange kein neues, bis wir das alte zurückgezahlt haben.“

Hermes zuckt mit den Schultern während er sich wieder anzieht. „Und wofür haben wirs ausgegeben?“

Nun da wären Jason und Medea. Sie haben sich zerstritten und sie will nun zu ihrem Vater Äetes zurück. Nach der Scheidung muss Jason ihre Hälfte des goldenen Vlieses auszahlen. Dazu kommen noch die Alimente für den Sohn, Medos. Odysseus fordert mehr Geld für den Krieg gegen Troja. Er will irgendso ein dummes Pferd bauen lassen. Sisyphos verlangt einen Mindestlohn. Und er will eine Pensionsrücklage für die Zeit nach dem Steinerollen.“

Hermes nickt. „Aber das ist wohl nicht so dringend. Das kann noch dauern, bis der fertig ist.“

Schon. Aber dazu kommen noch die Kosten der dauernden Lebertransplantationen für Prometheus, die Heizkosten für Helios, Andromedas und Perseus‘ Reise zu den Sternen. Dann noch Kybela in Phrygien. Sie verlangt Unsummen für die Psychotherapie zur Behandlung von Dionysos‘ Wahnsinn …“

Mein Herr Zeus!“ spricht Hermes. „Die Menschen fordern ebenfalls etwas von Euch. Es geht um all eure unehelichen Kinder. Sie wollen Alimente.“

Oh.“ Zeus räuspert sich peinlich berührt. „Von wievielen angeblich von mir gezeugten Kindern reden wir da?“

Nun da wären Herakles, Perseus, Persephone, Iasion, Dardanos, Harmonia …“

Zeus nickt zustimmend: „Jaja. Harmonia.“

Hermes fährt fort: „Weiters die Zwillinge Amphion und Zethos, Kolaxes, Pan, Minos, Sarpedon, Rhadamanthys, Tityos, die Chariten: Aglaia, Euphrosyne, Thalia und Asopos. Hmm. Artemis. Apollon. Helena.“

Zeus winkt genervt ab. „Ich versteh schon.“ 

Athene. Melete, Mneme, Aoide, Klio, Melpomene, Terpsichore, Thalia, Euterpe, Erato, Urania, Polyhymnia, Kalliope …“

Es reicht! Danke Hermes!“

Hermes zögert. „Insgesamt 64. Dann noch … ich. Hermes.“

Auch du?“

Äh. Ja. Maia? Meine Mutter. Erinnerst du dich?“

Ach stimmt. Das hätt ich jetzt fast vergessen. 65?“ 

Zeus klatscht in die Hände: „Also gut. Was tun wir? Wir brauchen Lösungen hier.“

Wir könnten die Asen fragen? Odin? Vielleicht borgt uns der etwas? Oder die Ägypter?“

Nein nein. Das hab ich alles schon versucht. Der Ase Loki hat eine Ratingagentur aufgemacht und uns prompt auf Ramsch runtergestuft. Kein Schwein gibt uns mehr Kredit. Nicht einmal die Jehowa-Kerle, wie heißen die?“

Juden?“

Ja. Genau. Wir müssen uns etwas anderes überlegen.“

Wir könnten etwas verkaufen? Privatisieren. Vielleicht die Tarnkappe? Die Hadeskappe? Eventuell die Flügelsandalen. Die müssten doch gutes Geld bringen. Wir könnten den Hermesstab an die Amerikaner verkaufen. Die verwechseln den sicher mit dem Äskulapstab und zahlen das zehnfache.“

Zeus ist begeistert. „Ja! Oder die Büchse der Pandora! Die bringt sicher einiges.“

Da muss ich Euch enttäuschen, Herr. Die Büchse der Pandora ist leider schon leer. Aber eventuell das Füllhorn?“

Nein. Das haben wir schon verkauft. War ein schlechtes Geschäft. Und wenn wir einfach aus der Götterunion austreten?“

Hermes runzelt die Stirn. „Das scheint mir eine teure Option zu sein. Wir bräuchten eine neue Währung und diese würde sofort um 60 – 70 % abwerten. Unser Handel wäre auf Jahre hinaus zerstört.“

Laut krachend schlägt Zeus mit der flachen Hand auf den Tisch. „Man hätte uns das Geld erst gar nicht geben dürfen! Eine Unverschämtheit! Wir brauchen hier einen Schuldigen, Hermes! Vorschläge?“

Hermes denkt nach. „Die Jehova-Kerle?“

Ja. Das klingt gut. Die nehmen wir.“ Voller Elan fährt der Göttervater fort: „Weiters verkaufen wir den ganzen Wunderramsch, diese Flügelpatschen und den Schlangenstecken. Und in die Pandoraschachtel füllen wir noch einen Haufen faule Kredite und verschenken sie an diese lästige Germanin, wie heißt die? Merkel! Genau. Der sagen wir sie soll nicht reinschauen und wenn sie es trotzdem tut, dann ist sie selber schuld! Ha!“ Vergnügt spuckt sich Zeus in die Hände. „So und jetzt: Hosen runter Hermes! Arschbacken auseinander! Ich brauch Entspannung!“

Hermes entkleidet sich wieder. Der Vorhang fällt.





Die intergalaktische, gurgelsprengende Lesebühne für Erdlinge und andere Lebensformen

30 01 2012

Sternzeit: 17. Februar, 20 Uhr, Grandhotel zum Rothen Krebsen

Da uns die Welt auf der Erde nicht groß genug ist, expandieren wir im Februar in diverse Galaxien – sei es in die unendlichen Weiten des Weltalls, sei es in die unendlichen tiefen menschlicher Doofheit.

Wir zerstören fade Planeten, machen Liebe mit Aliens, helfen Ludwig Scharinger in die Pension, verpassen Captain Kirk eine Geschlechtsumwandlung und erklären das Mysterium der Kreisverkehre. Pille nimmt wilde Drogen und Spock ist überhaupt total… aber das seht ihr euch am besten selbst an.

Zu Gast ist der famose Christian „Schreibi“ Schreibmüller: Mitbegründer des Wiener Flohmarkts, der „HOSI“, des Anarchistenzentrums Gassergasse „GAGA“, der „Libertine“, Fotograf, Journalist (Wiener/Wienerin, Stern, Profil etc.) Autor, Schauspieler, Filmer und Fernsehgestalter (ORF, ZDF, ARTE, VOX, PRO7, Channel Four, etc.), Fotoausstellungen in Deutschland, Österreich (Secession, Museum des 20. Jahrhunderts, Museum Nordico, Linz) Schweiz, Italien, Slowenien, etc., Fotoband über Sizilien, Lyrikband „Phantasiedehitze“, Veröffentlichungen in diversen Literaturmagazinen.

Mit uns, die wir zusammen erst halb so viel gemacht haben: Klaus Buttinger, Dominika Meindl, René Monet

Ihr seid hiermit aufgerufen, uns das Open Mic zu befüllen. Und jetzt schon in hibbelige Vorfreude auf die weltschlimmste Tombola des Grauens zu verfallen.

http://linzerworte.blogspot.com





Linzfest morgen …

21 05 2011

Original Linzer Worte beim LINZFEST
Sonntag, 22. Mai ab 13:30, Donaubühne

Schier närrisch könnten wir werden vor lauter Vorfreude darauf, heuer auf der Donaubühne des Linzfests den liter…arischen Kehraus machen zu dürfen! Thematisch wird’s überraschend um Linz gehen. Es wird verlautbart, dass Linz Welthauptstadt der Lieferpizza ist und ein lästiges Zombieproblem hat. Es wird euch verkündet, dass die Stahlstadt nicht New York ist, weil es dort keine Traktoren gibt. Wir treiben Säue und Hunde durch das Dorf an der Donau. Dies und noch viel mehr. Stundenlang. Dazu gibt’s noch selbstgebastelte Musik von unserer „Blutgruppe“. Das alles von uns, die wir immer für euch da sind (Anna Weidenholzer, Dominika „Minkasia“ Meindl, Klaus Buttinger, René Monet).

Als Gästin haben wir uns Nadja Bucher geladen, über die auch nur Wunderbares zu sagen ist. Wenn wir Glück haben, hoppeln uns beim Open Mic solch Kapazunder wie der Herr Koschuh auf die Bühne. Oder gar ihr selbst? Selbstverständlich warten bei der Tombola des Grauens wieder zahlreiche wertlose Sachpreise auf ihre unglücklichen GewinnerInnen. Kommet, strömet herbei!

http://linzerworte.blogspot.com/ www.linzfest.at





Am 24. märz gibts wieder was zu hören!

11 03 2011

Die lesebühne „original linzer worte“ wird sich am 24. märz wieder zusammenrotten und um den multitalentierten Jörg Zemmler scharen. Thema des abends:  „irgendwas mit musik“. Der protest-songcontest-gewinner und ö-slam champ aus süd-tirol wird euch nach hoffentlich zahlreichem erscheinen mit liedern, klängen und texten verwöhnen!

Kleiner vorgeschmack: http://www.myspace.com/zemmler

„original linzer worte“, erste linzer lesebühne mit Klaus Buttinger, Dominika Meindl, Anna Weidenholzer und René Monet – special guest Jörg Zemmler. 24. märz, 20 uhr, grand hotel zum rothen krebsen, eintritt frei!





Nachtrag zur gestrigen lesebühne …

18 02 2011

Zum nachlesen noch den text über Peter Alexanders höchst subjektiv rezipiertes ableben:

Peter Alexander ist tot

Maschinengewehrsalven. Granaten, mörser. Explosionen. Es war eigentlich nicht unbedingt ein harter arbeitstag. Bamm. Da hats einem den fuß abgerissen. Er schreit. Jetzt nicht mehr.

Unsere truppe hat sich ganz gut geschlagen heute. Den chinesen haben wir gezeigt, wie man sowas hierzulande durchzieht. Die russen waren am hartnäckigsten, aber schlussendlich haben sie eingesehen, dass sie kein leiberl haben gegen uns. Wir hatten ja den minister auf unserer seite. Da werden im nachhinein noch ein paar köpfe rollen, wenn das rauskommt. Nach den letzten verhandlungen mit den auftraggebern gings dann wie geschmiert. Was wir auch haben. Bordellbesuche, saufen mit den chefs und denen, die es gerne mal werden wollen. 20 millionen euro. Kein dreck.

Im fernsehen stürzt ein helikopter unter grässlichem heulen und geschieße ab. Ein paar raketen schlagen noch im bunker ein. Die bösen schauspieler werden von den guten schauspielern niedergemetzelt. Blut und körperteile sind überall. Normalerweise halte ich diese kriegsfilme, in denen 90 minuten durchgehend geballert wird, ja für das beste mittel, um nach so einer geschichte abzuschalten. Heute will es nicht so richtig funktionieren.

Der superheld / anführer der guten hat ein hirnbatzerl auf der stirn picken und auf die kameralinse hats auch rotes zeug gespritzt. Nach dem nächsten schnitt ist alles wieder weg. Klassischer continuity-fehler. Anschlussfehler sagt man auf deutsch. Ich schalte mal einen kanal weiter.

Bamm bamm. Der sternenkreuzer pulverisiert ein paar abfangjäger, dann rammt er ein verpflegungsschiff der rebellen. Auch nicht spannend. Ich schalt noch eins weiter.

Aua. Was passiert da. Steht ein älterer verkleideter deutscher im 70er-jahre outfit auf einer riesen showbühne mit orchester im hintergrund und versucht einen unglaublich dämlichen sketch mit stimmenverstellung darzubieten. Ein esel ist involviert. Es ist vorbei. Ein paar geschätzte tausend zuschauer lachen und applaudieren. Die kamera fährt die reihen ab. Alles leute über 50. Dann kommt er ins bild: Peter Alexander. Mit warmherzigem hundebaby-lächeln beginnt er ein lied über die menschlichkeit zu singen. Meine nackenhaare stellen sich auf. Ich schalte weg.

Werbung. Wieder zurück in der realität. Elektrische zahnbürsten verwandeln verschmutzte beißerchen in strahlende marmorsäulen eines griechischen tempels würdig. Wunderbar. Jetzt kommt eine geile hausfrau und tritt einen kompletten tisch in den geschirrspüler. Und jetzt ein joghurt gegen blähungen.

Meine nackenhaare beruhigen sich, legen sich wieder. Aber wenn ich an meinen huntertausend-euro-bonus denke, laufen mir sofort wohlige schauer den rücken hinunter und ich bemerke mit genugtuung eine beginnende erektion. Ich wechsle zum kriegsfilm, aber da ist außer vor freude weinenden kindern und siegreicher panzerparade wenig los. Ich schalte weiter.

Wieder der Peter. Dieses würschtl! Im hintergrund nun gemalte papierfische! Gib dir das! Das muss ein zusammenschnitt aus den peinlichsten momenten der tv-geschichte sein. Jetzt singt er mit einem negermädl in seiner schmalzig-pickigen stimme über „süße früchte“ und die armen kleinen leute, die nicht hinaufkommen auf die bäume, um sie zu pflücken! Aber die großen, die großen tiere, die kriegen alle die süßesten früchte, während die entlein salat fressen müssen. Oho.

Na aber hallo. Da hat er sogar recht. Ich hol mir ein bier aus der minibar und schütt mir das ganze seiderl auf einmal runter. Was für ein auftreten! Was für ein gschau! Der wahnsinn in person. Erinnert mich an Jack Torrance alias Nicholson in „Shining“. Diese axtszene. „Hier ist Peter!“

Dieser Peter schüttet die heile welt nicht in schäuferl in die rachen der vor glück fast heulenden zuseher, ganze lkw-ladungen kippt er rein. Und wenn man glaubt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo noch ein lied daher und weiter wird honig um grinsende mäuler geschmiert. Jetzt interviewt er ein kind. Heintje heißt es und wie ein gut trainiertes afferl spulen sie den vorgefertigten lustig-harmlosen song ab.

Der Peter und der Heintje, die hatten einen streit, wer wohl am besten sänge, wer wohl am besten sänge, zur schönen fernsehzeit, zur schönen fernsehzeit.“

Nun muss ich grinsen. Meine erektion ist vollkommen abgeklungen, der bonus vergessen. Ich öffne mir einen rotwein und trink die halbe flasche in einem zug. Jetzt tanzt der Peter. Hüpft wie ein irrer hampelmann neben einer frau im dirndl. Beide glauben, nein, setzen voraus, dass dieses getue lustig sein soll.

Ein kichern stellt sich ein. Es kommt von tief unten aus meiner magengegend. Dort rumort es. Schlecht ist mir plötzlich. Magensaft kommt hoch, aber ich spüls mit zweigelt wieder runter. Mir ist schwindlig. Ich schwitze. Kurz überlege ich, wieder zum kriegsfilm zurückzuschalten, aber das hier ist bitte sehr genial! Meine nackenhaare sind wieder aufgestellt. Der magensaft drängt sich in meiner speiseröhre immer höher. Da tritt dem Peter seine tanzpartnerin fest auf seinen fuß. Und er schreit! Herrlich! Er schreit und ist dann gespielt pseudo-böse! Ich muss lachen, laut lachen, ich lache über Peters folgende Hans-Moser-Imitation, über seinen dämlichen Graf Bobby, über seine noch dämlicheren schauspielpartner, ich lache über die herrlich blöde idee, sich zu verkleiden und zwar als jemand, der sich verkleidet hat! Ich lache, halte mir den bauch, kotze vor mir auf den teppich, eine halbe garnele hängt mir aus der nase, dann lache ich weiter. Dann kotze ich nochmal, dann lache ich, durchgehend.

Einmal ist er als frau verkleidet und redet mit dieser lächerlichen hohen stimme, dann hat er eine perücke auf und spielt rockstar, dann steht da plötzlich Falco und singt ein duett! Ich kotze wieder bis mein magen endgültig leer ist. Ein drängendes klopfen ertönt an der zimmertür. Wurscht. ich lache weiter, bis zur schlussschnulze, während der alle gäste im halbkreis auf der oberen bühnenhälfte schunkeln und vor ihnen als zwerge verkleidete kinder zur deko aufgebaut sind.

Nun singt er „Servus, auf wiedersehen, die show ist aus“. Und endlich sitzt da eine ziemlich alte version des Peters alleine vor einem klavier: „Dankeschön, es war bezaubernd. Dankeschön, wenn wir auch auseinandergehen, gibt’s doch ein wiedersehen.“

Ich kann nicht mehr. Es ist zu schön. Leergekotzt, leergelacht, betrunken wische ich mir die tränen und die essensreste aus dem gesicht und auf dem bildschirm erscheint eine nette moderatorin, die verkündet, Peter Alexander wäre gestern abend verstorben.

Ein kurzer lacher kommt mir aus. Echt? Hats ihn jetzt auch erwischt? Kichernd blicke ich auf meine hose. Ich habe mich bepisst. Also zieh ich sie aus, doch ich bin wacklig, stolpere und falle hin, mitten in mein ex-abendessen. Dort bleib ich liegen und beginne zu weinen. Jemand sperrt meine zimmertür auf, betritt zögernd den raum, sieht mich da plärrend liegen. Wer das ist, kann ich verheult wie ich bin nicht erkennen. Ich sage nur: „Er ist tot! Er ist tot!“

Wer?“ fragt die person voller angst in der stimme. „Wer?“

Peter. Peter Alexander ist tot.“ Und die welt versinkt in einem meer von tränen.