Marillenerscheinungen

20 07 2010

Da ich meinen wissensdurst in dieser hitze noch schwieriger stillen kann, bemühte sich frau minkasia, auftauchende fragen der woche zu beantworten.

„Ist die naturwissenschaft der größte feind des menschen oder hat Bertrand Russell vielleicht recht, wenn er sagt: „Der Jammer mit der Menschheit ist, dass die Narren so selbstsicher sind und die Gescheiten so voller Zweifel … „

Ergebenst niederkniend und um erleuchtung bettelnd,

René Monet.“

Daraufhin Minkasias antwort:  „Bester Monet,

die Naturwissenschaft ist an sich eine der drei weltbesten Erfindungen des Menschen, gleich nach Hängematte und Marillenkuchen.“

Den ganzen artikel findet ihr hier!

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Nach dem tod … die frage der woche

7 07 2010

„Bester Herr Monet!

Aufgrund der drückenden Schwüle ersehne ich heute Erkenntnisse zu leichteren Themen: Was kommt nach dem Tod? Fäulnis, Hölle, vierzig Jungfrauen oder was Schönes?

Ergebenst der Antwort entgegenhoffend,

Frau Minkasia

Zuerst einmal ein herzliches danke für diese wunderbare frage, Frau Minkasia. Es ist mir eine ehre, ihren diesbezüglichen wissensdurst paradigmatisch zu stillen und beginne sogleich mit dem TOD.

Der tod ist eine erfindung des menschlichen geistes und bezieht sich vor allem auf eine dichotomische spaltung der wahrnehmungskategorie eines phänomenologisch diskreten „ding“ in „belebt“ / „unbelebt“, also eine algorithmische bewertungsfunktion im neurologischen arbeitsfeld. Es geht hier um eine abgrenzung der menge an „ding“, um eine effiziente verarbeitung und auswahl von entscheidungsgrundlagen sowie um das eingrenzen präintentionaler handlungsspielräume eines aktors (mensch).

Dabei steht die verbesserung der animistisch hinterlegten intentionssuche fremdgelegener (außerkörperlicher) „ding“ im vordergrund.

Die gefundene kategorie „belebt/unbelebt“ wird meistens als prädikat der (oft) logisch aufgebauten bewertungsfunktion einer möglichen folgenden aktion vorangestellt und versucht damit das ergebnis der vorausschauenden wirkungsabschätzung / überführungsfunktion bzw. deren wahrscheinlichkeitgrad zu erhöhen.

Ein beispiel wäre das betrachten eines steins und der versuch herauszufinden, was dieser („ding“) von einem aktor will. Hierbei erübrigt sich das nachdenken völlig, wenn das prädikat „… ist unbelebt“ vorangestellt wird und damit eine mögliche selbstgesetzte handlung bzw. intention des steins wegfällt, das denken wird also ökonomischer. Ganz anders wäre der fall bei einem löwen gelegen.

Die unschärfe dieser dichotomie verursacht bekannte probleme bei stochastisch auftretenden naturphänomenen, wie blitzschlag („was will dieser blitz von mir?“), lawinenabgang („was will diese lawine von mir?“) und der damit verbundenen motivationslücke in der herleitung des urgrundes („was hab ich getan, dass mich diese lawine essen will?“).

Weitere überlegungen würden nun in den bereich der „feasibility“ einer allgemeinen beurteilung des funktionsraumes der kategorischen bewertung führen und sind somit nicht mehr thema dieses aufsatzes.

Es folgt aus einer überführung der oben besprochenen idee in die vorstellung eines kartesischen körper-geist-dualismus (cartesian theater), der aber mittlerweile als (zwar nicht widerlegt, aber) sehr unwahrscheinlich gilt – siehe hierzu Dennet (1991), eine mögliche frage, eben die, die sie mir hier stellten: „Was kommt nach dem Tod?“.

Lakonische antwort meinerseits: Es kann nicht so schlimm sein, da noch keiner zurückgekommen ist, um sich zu beschweren.

Darüberhinaus bin ich der meinung, dass die rein materialistisch-orientierte behandlung des themas eine viel entspanntere lebensführung zulässt (was viele als paradox erachten, aber leckt mich leute), verzeihen sie mir also, wenn ich sage, für mich bin ich in dieser hinsicht ein stein und die frage nach geburt und tod stellt sich nicht. Der liegt mehr oder weniger lang irgendwo in der gegend rum und erodiert so vor sich hin. Eine wunderbare behandlung des themas und vermittlung meiner einstellung in zen-mystischer weise durch Linji (1996) eröffnet sich einem beim lesen zum beispiel dieses kōans:

„Ihr alle, im Buddha-Dharma braucht ihr neuch nicht künstlich anzustrengen; seid nur gewöhnlich, ohne irgendwelche Ansichten. Scheißt, pisst, zieht eure Kleider an und esst. Legt euch nieder, wenn ihr müde seid.“

Ich hoffe, alles ist nun unklar. Bezüglich einer kulturkritik des weit verbreiteten dualismus fiele mir noch Pinker (2002) ein. Eine (englischsprachige) philosophische einführung in das thema TOD („Death“) von Prof. Shelly Kagan, Yale University (2007) wär auch empfehlenswert.

Referenzen

Dennett, D. C. 1991. „Consciousness Explained“, New York: Back Bay Books, pp 33 – 42 & pp. 101 – 138.

Linji Yixuan 1996. „Das Denken ist ein wilder Affe – Das Linji Lu“, O.W. Barth Verlag.

Pinker, S. 2002. „The Blank Slate – The Modern Denial of Human Nature“, New York: Penguin Books.

Kagan, S. 2007. „Death“, http://academicearth.org/courses/death, Yale University.





Semantische onanie?

2 07 2010

Schau ich heute doch in den statistiken nach, wie dieser blog gefunden wird und fällt mir auf, dass das zweithäufigste gestrige suchwort „semantische onanie“ war. Was zum teufel soll dieser begriff bedeuten (semantisch) und was sucht jemand, wenn er solch einen begriff googelt?

Sonst würd ich mich gerne bedanken bei den vielen besuchern der gestrigen lesebühne und auch beim lesebühnenteam, besonders auch bei Sonti von Krautschädl, der unser superehrengast war.

Glückwunsch auch an den gewinner des Ö-Slam-Hör-/Lesebuchs!

Jetzt noch schnell ein unscharfes foto vom huttragenden ich und meinem banjo und meiner toten katze (marder?).