Ich mache mir sorgen …

25 05 2009

Zum überbrücken bis zum nächsten slam noch eine hörkostprobe von einem posthof-slam.

sorgen.mp3

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Frage der woche: Eremitieren

15 05 2009

Wieder einmal plagt mich das nichtwissen und die anstrengung, es zu überwinden wird von der geschätztesten tugendterroristin Minkasia übernommen:

„Liebste Minkasia,aufgrund zahlreicher unentschuldbarer verfehlungen der von mir eigentlich so hochgeschätzten österreichischen gesellschaft, also der gesamtheit an potentiellen menschen, denen ich begegnen könnte und kann und auch zu einem kleinen teil schon begegnet bin, überlege ich mir derzeit einen rückzug aus ebendieser, um mich unmissverständlich zu positionieren, will sagen meinen unmut klar auszudrücken und eine weitere an mich herangetragene verrohung (stichwort tagespolitik) zu vermeiden.Kurz: Ich möchte eremit werden. Und schriftsteller. Eremitierter schriftsteller sozusagen. Um nicht mit desavouierten diktatoren in südlichen, ölreicheren ländern verwechselt zu werden, schließe ich die bewohnung eines erdloches aus und ziehe eher eine felshöhle, eine abgelegene schwedische insel oder eventuell sogar eine verlassene holzhütte im gebirge in betracht.

Gibt es bei der wahl des wohnortes etwas zu beachten? Wie kann meine baldige abschottung möglichst effizient erfolgen?

Danke und auf nimmerwiedersehen,

René Monet“

Antwort nachzulesen hier …





Mia wiad a weng dumpa …

12 05 2009




Und nichts weiter …

8 05 2009

wenn einmal dereinst dein letzter schlag ertönt – mein herz
vergib mir meine ausschweifungen
die dich früher oft nah an deine grenzen trieben
tapfer hast du geschlagen
fest und unverzagt

doch muss ich nun die wahrheit sagen
ich glaube nicht
an eine seele, einen geist
der in dir wohnt

wenn dereinst dein letzter schlag ertönt
wirst du ruhen und zerfallen und dein haus rundum mit dir
zu staub werden
zur erde zurückkehren
und nichts weiter

vor meiner geburt war ich tot
nach meinem tod bin ich es wieder
es hat mich vorher nicht gestört
und wird’s auch nachher nicht

ich glaube an keinen dualismus
von körper und geist und damit ist eigentlich
schon alles gesagt
doch möchte ich noch etwas klarstellen

ich brauche keinen schöpfer
keinen großen bruder, der überall zugegen ist,
der meinen gedanken belauscht in einem ewigen lauern
mich zur hölle fahren zu lassen

sollen die doch davon träumen oder sich fürchten (zur hölle zu fahren)
die solchen ängstlichen phantasien etwas abgewinnen können
vielleicht weil sie fürchten, sie könnten sonst keine guten menschen sein
oder könnten keine moral und ethik besitzen
würde eine mächtige allesverschlingende gewalt
ihre seele nicht zur strafe quälen

jene, die eine ewige folter als sinnstiftend empfinden
oder ein ewiges frohlocken, vielleicht ein ewiger rausch
ihnen möge doch bitte geholfen werden
jene, die ihr leben nicht mit sinn und freude anfüllen können
die glauben, kein schmerz und keine trauer könnte gelindert werden
kein atemzug frei getan, gäbe es eine seele nicht, ein leben nach dem tod,
ein paradies, einen oder mehrere götter,
sind kinder
sie brauchen einen trost, den sie sich wie eine gütige mutter
herbeiweinen können
sie sind im leiden gefangen
im materialkrieg der evolution
reicht einem niemand die hand
meinen sie
könnte es kein mitleid geben und keine hilfe

danach, dahinter, später
dort vermuten sie ihre gerechtigkeit
dort darf sie nur sein
doch dort oben
drehen sich nur die sterne, die planeten
brennen atomare feuer
wirken unbeschränkte kräfte

wir selbst
wir menschen
sind tiere
anhäufungen von zellen
sind bakterien
sind die erben
einer vervielfältigungsmaschine
vor milliarden von jahren entstanden
nicht erschaffen
nicht herbeigezaubert
so seht das doch

wir tragen unsere verantwortung ganz alleine
wann werden wir erwachen, uns den rotz von der nase wischen
und uns umsehen
alles um uns ist SO (es ist doch alles da)
kein wunder
keine magie
keine erhörten gebete
wer loslassen kann
sich in die freiheit des lebens hinaustraut
wird nach dem ersten tasten und fürchten
eine welt entdecken
die viel wunderbarer und erfüllender ist
als aller glaube an götter und magie je sein kann
wir sind das leben
unsere zellen gehorchen uns nicht
sie gehören uns nicht

und gehen wir dereinst
kommt unser kreislauf zur ruhe
so ärgert euch nicht
niemand hat euch angelogen
ihr hättet die wahrheit immer sehen können
klar und deutlich habt ihr sie vor augen

seid euch sicher
ich verstehe euer leiden
genauso wie ihr das leiden
anderer versteht
empathie und moral ist uns angeboren
ist ein instinkt
das helfen steckt in jedem von uns
wie die sprache
wie die vernunft
wie das sehen
und das hören

seid vernünftig
seht doch wer ihr seid
klopfende herzen
wunderbar
wieviele wunder braucht ihr noch
mir ist dieses alles
das größte und einzige wunder
eine symphonie, die sich selbst schreibt
und sich selbst hört
eine vollkommene leere
die alles ausfüllt
würde ich daran etwas ändern wollen,
herbeiwünschen, herbeibeten,
was für ein kleinlicher mensch wäre ich
ein spiegel voller staub
ein vogel der nicht fliegen will

darum höre: wenn dereinst dein letzter schlag ertönt – mein herz
wirst du ruhen und zerfallen und dein haus rundum mit dir
zu staub werden
zur erde zurückkehren
und nichts weiter
und nichts weiter