SostPriktum Sloetry Pam

29 04 2009

Ähh … poetry slam im Solaris! Morgen! Merken! Ich! Mir!

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Schrumpelgemüse und haarige venusfliegenfallen: Frage der woche

29 04 2009
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G. Arcimboldo

Eine dringende frage quält wieder: „Immer wieder werde ich als Mann angesprochen (s. dazu mein aktuelles Bloggeflöte). Auf der Straße nur im Fasching, im Schriftverkehr aber ganzjährig. Das stimmt mich nachdenklich, da ich im echten Leben seit 30 Jahren der Spezies „Kittelvolk“ zugeteilt bin. Hier nun die Fragen der Woche: Warum tritt das Menschengeschlecht in mindestens zwei Formen auf? Hat das einen evolutionären Sinn? Mir erscheint dieses Design recht ineffizient und nicht zwingend schön, zumal einige Menschengeschlechtsteile wie „verschrumpeltes Gemüse vom Mond“ (Glossengott Goldt) aussehen.

Gruß und Kuss,

„Herr“ Minkasius“

Sehr geehrter Herr Pangasius,

Zuerst zum einfachen teil ihrer frage: Die geschlechtliche fortpflanzung bezieht ihren vorteil gegenüber der asexuellen aus dem konzept der Muller-Ratsche und ermöglicht die reduktion von mutationen der nachkommen im erbmaterial durch die rekombination der chromosomen.  Die wahrscheinlichkeit, dass ein asexuell erzeugtes individuum weniger mutationen im erbgut als seine eltern hat, ist nämlich praktisch null. Daher würde fast durchweg eine stete zunahme der erbfehler erfolgen, auch weil eine zufällige rückkombination irgendwo in der nähe von p = 10 -18 angesiedelt ist und damit sind wir sex-besessenen  eindeutig die bessere spezies!

Romantischere leser würden vielleicht auch dem antiken mythos des „kugelmenschen“, der in Platons „Symposion“ erwähnt wird, etwas abgewinnen. Platons Aristophanes berichtet dort von einer ursprünglichen einheit der beiden menschengeschlechter, die aber von einem gott (Zeus) aus angst geteilt wurden.

Und auf die fangfrage mit dem „inefficient design“ lass ich mich gar nicht ein! Als schwerster, erbittertster, superriesengegner eines „intelligent design“ mit dem eventuellen vorwand/argument eines „blinden uhrmachers“ kann ich nur sagen: Hört doch endlich auf eure kindischen unsichtbaren beschützer in die komplizierte welt hineinzuprojizieren und werdet vernünftig! Ihr seid doch großteils schon atheisten bzw. agnostiker – auch die katholiken (vielleicht sogar besonders die?) – da ihr an die meisten götter gar nicht glaubt! Oder wer glaubt heute an Zeus, Odin, Ra, etc.? Also könnt ihr denn nicht endlich auch den letzten schritt in die selbstständigkeit wagen, und auch die verbleibenden götter, geister, feen, dämonen aus eurem alltag verbannen? Nein? Na dann eben nicht.

So. Was hätten wir noch? Verschrumpeltes gemüse vom mond? Lieber nicht. Der versuch einer ästhetik der cocks’n’balls würde hier den rahmen sprengen.

Zur angesprochen anekdote auf ihrem blog möchte ich allerdings noch gerne etwas aus meinem eigenen erfahrungsschatz beifügen. In meinen jungen jahren (lang ists her) wurde ich bereits opfer einer religiös motivierten diskriminierung, die ich schließlich nur durch eindeutigen hinweis auf meine primären geschlechtsorgane („But look! I got a penis and also testicles, so come on … no! Don’t touch it!“) abwenden konnte. Und zwar trug es sich zu, dass ich im zarten alter von 19 jahren in Jordanien eine moschee besuchen wollte (aus zugegebenermaßen profan-touristischen beweggründen), aber am betreten mit den worten „No women! Women wear veil!“ gehindert und zum verschleiern aufgefordert wurde. Meine damals schulterlange grunge-metal-haartracht befand sich bereits in pubertärer wandlung richtung  „beehive“ oder „B-52“ und fehlender bartwuchs machte sich hier negativ bemerkbar. Ein beherzter griff der eigenen hand zu meinen kronjuwelen verdeutlichte die schlimme verwechslung, der der moscheen-türsteher zum opfer fiel und erließ mir den ansonsten wohl notwendigen gang zur frauen-gleichbehandlungs-behörde. Seither werden meine haare selten länger als 7,5 cm. Wahrscheinlich aus angst …

Herzlichst,

ihre frau Monet.





SCHWöster Slam

22 04 2009

schwöster poetry slam

schweiz gegen österreich. ein ländermatch der besonderen art.
nicht tore zählen, sondern texte.

team CH: gabriel vetter, lara stoll, renato kaiser
team Ö: stefan abermann, didi sommer, clara felis
slam master: markus köhle und mieze medusa

Posthof, eintritt EUR 3 / 5 / 7.  Infos hier.

Davor am 23. + 24. workshops im stifterhaus. Infos hier.





Frage der Woche – Sex und Gewalt im Hasenmilieu

11 04 2009

Auch diese woche wieder eine brennend aktuelle frage zum festtrauerwochenende Ostern. In Schweden „Påsk“ genannt, drängte sich mir folgendes auf:

„Werteste Mink!
Eine Osterfrage: Im land des rentiers (Schweden) wird zu ostern eine ganz ähnliche herumeierei betrieben wie im heimatlichen Österreich, allerdings mit einigen kleinen unterschieden. Ich habe mir sagen lassen, dass niemand eier aneinanderschlägt, um sich im wettkampf zu messen. Auch bringt die eier nicht ein hasentier, sondern eine hexe. Angeblich fliegt sie extra vorher nach Blåkulla, um sich dort mit diesen hühnerembryos einzudecken.Warum um alles in der welt haben wir einen hasen als lieferanten? Ich würd viel lieber von attraktiven besenreitenden freiweibern beeiert werden! Kann man da was machen?Gackernde Grüße,

René Monet“

Die antwort der verlässlichsten aller verlässlichen auskunftsstellen zu wirklich wichtigen problemen findet sich wie gewohnt in Minkasias Tugendterror-Blog! Möget auch ihr die eier haben und diese gekonnt im streite aneinanderschlagen, bis eines bricht!





Liederabend

8 04 2009

Heute zur abwechslung einmal eine audio-aufnahme eines lieds, das ich geschrieben und  beim Hörschinger auftritt zum besten geben durfte.

Aufnahme is ein bissl schlecht, ich sing mies, meine Gitarre ist kaputt. Zum frisör hätt ich vorher auch noch gehen sollen …  Text hab ich angehängt.

Iss mit mir.mp3

Lyrics:

Iss mit mir

Ein wenig salz auf deiner haut würd dir gut stehen.
Ein wenig pfeffer auf den lippen wär auch nicht schlecht.
Ein bisschen butter, ein bisschen öl und dann die hitze aufdrehen
… jetzt schau nicht so. Mir wär das recht.

Du bist meine brezel. Ich brauch keine eier vom stör.
Für mich reichst du mit bier anstatt mit teurem likör.
Iss doch nicht auswärts … bleib doch hier.
Iss mit mir …. komm iss mit mir.Ich mag bohnen mit viel chilli und frankfurter mit senf.
Du magst crémesuppen und lachs und kaviar.
Ich hab gern speck mit zwiebel auf einem brot mit kreuzkümmel drauf.
Du isst niemals mit den fingern das ganze jahr.

Du bist meine brezel. Ich brauch keine eier vom stör.
Für mich reichst du mit bier anstatt mit teurem likör.
Iss doch nicht auswärts. Bleib doch hier.
Iss mit mir, komm iss mit mir.

Dreh dein haar um meine gabel, leg dich sanft um mein fleisch.
Du nimmst mich nur am zahnstocher und steckst mich schnell in dich rein.
Rühr uns doch um! Warum willst du dich nicht binden.
Ich glaub, du willst raus hier. Ich schmeck dir nicht mehr …

Einmal übergehen, zerplatzen. Einmal aus der pfanne springen.
Beim kochen muss nicht allen immer gleich alles gelingen.
Iss doch nicht auswärts … bleib doch hier.
Iss mit mir …. komm iss mit mir.