Beginn einer ratsuchenden beziehung …

11 12 2008

Das Nichts

Im winter isses finster vor allem aber nicht nur in den köpfen der menschen sondern auch draußen in der nacht (immer früher) und in den herzen der schlechtmenschen und auch weil jeder gern gscheit sein möchte – auch ich. Darum eine aufklärerische mission, quasi die linzer-tafel für geistige hungerleider = erkenntnissuchende und bildungsmäßig unter dem existenzminimum vegetierende und veganer. Die textsuppe wird nun ausgeschenkt an fragende, gleichzeitig pilgere ich wöchentlich zur nachbarin minkasia und halte dort die hände auf, um mir ein löfferl weisheit zu erbetteln. Meine erste frage hab ich schon gestellt (bei der tugendterroristin) und erhielt nun die reverse quaestio (?) postwendend oder auch postreplikativ oder so welche wie folgt lautet:

„Lieber Rene Monet!
Warum fallen mir gerade so wenige Fragen ein? Ist das intellektuelle Vermessenheit? Weiß ich gar schon alles? Bin ich verstockt und beratungsresistent, oder ist nach 1000 Warums Schluss?
Ratsuchend,
Frau Minkasia“

Liebe Minkasia-frau,

Die antwort darauf ist ein bissl kompliziert. Es is nämlich so, dass der mensch in seinen genen (das sind so futzikleine kugerl die irgendwie auf eine kette aufgereiht sind – mehr dazu in der bibel) einen countdown (einen zählrunter) hat, der mitzählt (indem er von sich selbst immer einen teil abzwickt), wieviele jahre der schon gelebt hat und wenn er genug jahre beisammen hat, dann geht der mensch nach hause, legt sich hin und stirbt.  Nach der großen gen-entschlüsselung des menschlichen hat es dann die erkenntnis gegeben, dass nicht nur ein so ein kugerlzwicker (zählrunter) im menschen mitzählt, sondern eigentlich für alles irgendwie eine obergrenze vorhanden ist, die man von der geburt und schon vorher eingebaut gekriegt hat, sodass es wirklich so ist, wie du vermutest, dass es eine  gewisse anzahl von fragen gibt, die der mensch stellen kann, bevor er dann einfach aufhört, weil der zählrunter alle fragen weggezwickt hat. Solcherart leergefragten zählt man zu den erwachsenen und somit sehr sehr reifen persönlichkeiten. Wahrscheinlich hast du schon alle deine genkugerl weggefragt, also nach 1000 warums is halt einmal schluss.

Weiterführend noch ein paar gedanken zu dem thema:

Da gibts noch schöne verbindungen zu märchen, in dem dieser mechanismus grob verkürzt (meist auf drei fragen) mit einer moralisierenden botschaft (frag was gscheits) verknüpft ist, worauf aber der später aufkeimende kapitalismus diese umgewandelt hat in drei wünsche  (kauf was gscheits).

Dann gibts zum beispiel den mittlerweile ausgestorbenen siebenfrager, der nur sieben fragen stellen konnte und dann sterben musste.

Dann gibts da noch zum beispiel einige brettspiele und ratespiele von denen ich allerdings schärfstens abraten muss, da sie die fragekugerl dramatisch dezimieren.

Dann gibts da noch den guten ratschlag, seine kinder eine watschen zu geben, wenn sie zuviel fragen, weil sie dann länger fragen können, auch wenn sie schon alt sind.

Dann gibts da noch den … jetzt glaub ich wirkt die D30-potenz vom kaffee total, ich schreib mich grad wie auf speed in eine unglaublich geile dauertippserei rein, mir druckts die buchstaben nur so raus, pfuuuu! jetzt muss i mi aber hinlegen, sonst schiaßt ma die pumpen ausm ribcage und klatscht gegen den bildschirm! Ev. sollt i mi mit einem kräutertee und einer kräuterzigarette ein bissl beruhigen, bevors meine batscherl aufstellt …

Mahlzeit wünscht die textsuppe und beehrens mich bald wieder!

René Monet