There’s probably no bus,

8 06 2009

der mit der atheisten-buskampagne unterwegs ist, but don’t worry and enjoy life. Die wiener linien haben (vertragswidrig – laut aussage der AG-ATHE) ihre zustimmung zur kampagne zurückgezogen. Es scheint, dass nur christliche werbung für die lange nacht der kirchen nicht unter die “Grundsätze der Wiener Linien, keine Werbung für politische Parteien oder religiöse Glaubensgemeinschaften auf den Fahrzeugen der Wiener Linien zuzulassen” fällt.

Vielleicht sollte man nun statt den fahrzeugen die bushaltestellen plakatieren, wenn das anscheinend kein problem macht?

Stellungnahme der AG-ATHE mit Video…
Bericht im standard …
Auf Politwatch…

Auch in deutschland…

Ich hab jedenfalls ein mail an die wiener linien geschickt:

“Sehr geehrte Damen und Herren,Es ist mir ein bedürfnis, ihnen auf diesem weg mein tiefes bedauern auszudrücken, dass es ihnen nicht möglich schien, die atheisten-buskampagne mit dem slogan “es gibt mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit keinen gott etc.” vereinbarungsgemäß zu starten. Ich dachte, dass freie meinungsäußerung ein wertvolles gut sei – wichtig in einer funktionierenden demokratie – und bedaure, dass sie das anders sehen.Die selbe kampagne läuft in vielen staaten der europäischen union und der welt ohne schwierigkeiten, wie zB in großbritannien, spanien, USA, kanada, etc. Ihre begründung, warum dies für einen aufgeklärten, säkulären, modernen staat wie österreich NICHT möglich sein soll, würde ich gerne hören.Ihren guten vorwand, keine werbung für “politische Parteien oder religiöse Glaubensgemeinschaften” zuzulassen finde ich allerdings sehr lobenswert und freue mich, dass sie sich endlich zu diesem wichtigen schritt durchgerungen haben. Ich hoffe, ich werde in zukunft nicht überrascht, plötzlich doch politische oder religiöse inhalte auf den werbeflächen der wiener linien vorzufinden.Gerne werde ich die zukünftige einhaltung dieser ihrer grundsätze überprüfen und sie auch gelegentlich an ihr versprechen erinnern, sollte es ihnen doch einmal “entfallen”.Für eine antwort auf meine frage bin ich schon jetzt sehr dankbar.”

Antwort der Wiener Linien:

Sehr geehrter Herr (…)!Die Gewista besitzt im Rahmen der Vermarktung der öffentlichen Verkehrsmittel in Wien mit den Wiener Linien das Arrangement, Aufträge für politische Werbung und Religionsgemeinschaften im weitesten Sinne nicht anzunehmen. Bei der von uns erteilten ursprünglichen Freigabe ist es auf Sachbearbeiterebene fälschlicherweise zu einer Freigabe gekommen, welche dem Inhalt dieses Arrangements nicht entspricht. Erst nach Kenntnisnahme durch die Geschäftsführung wurde dieser Fehler erkannt und die Affichierung gestoppt. Es wurde bei dieser nachträglichen Rücknahme dieser Freigabe kein Druck von außen durchgeführt. Es handelt sich dabei – wie bereits erwähnt – um dieses vertragliche Grundsatzarrangement zwischen Gewista und den Wiener Linien, welche wir einzuhalten haben.Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Information helfen konnten.Mit freundlichen GrüßenWiener Linien GmbH & Co KG
Kundendienst”

Eure protestmails bitte auch an:

kundendienst@wienerlinien.at
michael.lichtenegger@wienerlinien.at
rudi.schicker@wien.gv.at

Als trost vielleicht dieses video, in dem Rowan Atkinson noch spricht:





There’s probably no god.

5 06 2009

now stop worrying and enjoy your life!

Nun ist die buskampagne auch nach Österreich geschwappt. Zu sehen sind sie in Wien auf den bussen der linien 13A und 14A. Als erklärter agnostiker unterstütze ich die initiatoren des projekts und stelle links und slogan auf diesen blog. Für eine weiterführung der aktion wurde ein spendenkonto eingerichtet.

Initiatoren

www.buskampagne.at

www.ag-athe.at

www.atheisten.at

www.freidenker-oesterreich.at

Presse

Hier ein artikel im standard …

Hier noch ein artikel im standard …

Hier der artikel in der presse, der sich allerdings nur mit der kampagne in Deutschland beschäftigt …

Büchertipps

D. Dennet – Den Bann brechen. Religion als natürliches Phänomen. Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag. 2008.

R. Dawkins – Der Gotteswahn. Ullstein Tb. 2008.

R. Dawkins – Der entzauberte Regenbogen: Wissenschaft, Aberglaube und die Kraft der Phantasie.  Rowohlt Tb. 2008.

B. Ehrman – Abgeschrieben, falsch zitiert und missverstanden: Wie die Bibel wurde, was sie ist. Gütersloher Verlagshaus. 2008





Ich mache mir sorgen …

25 05 2009

Zum überbrücken bis zum nächsten slam noch eine hörkostprobe von einem posthof-slam.

sorgen.mp3





Frage der woche: Eremitieren

15 05 2009

Wieder einmal plagt mich das nichtwissen und die anstrengung, es zu überwinden wird von der geschätztesten tugendterroristin Minkasia übernommen:

“Liebste Minkasia,aufgrund zahlreicher unentschuldbarer verfehlungen der von mir eigentlich so hochgeschätzten österreichischen gesellschaft, also der gesamtheit an potentiellen menschen, denen ich begegnen könnte und kann und auch zu einem kleinen teil schon begegnet bin, überlege ich mir derzeit einen rückzug aus ebendieser, um mich unmissverständlich zu positionieren, will sagen meinen unmut klar auszudrücken und eine weitere an mich herangetragene verrohung (stichwort tagespolitik) zu vermeiden.Kurz: Ich möchte eremit werden. Und schriftsteller. Eremitierter schriftsteller sozusagen. Um nicht mit desavouierten diktatoren in südlichen, ölreicheren ländern verwechselt zu werden, schließe ich die bewohnung eines erdloches aus und ziehe eher eine felshöhle, eine abgelegene schwedische insel oder eventuell sogar eine verlassene holzhütte im gebirge in betracht.

Gibt es bei der wahl des wohnortes etwas zu beachten? Wie kann meine baldige abschottung möglichst effizient erfolgen?

Danke und auf nimmerwiedersehen,

René Monet”

Antwort nachzulesen hier …





Mia wiad a weng dumpa …

12 05 2009

Aufgenommen im gasthaus Schumergruber/Hörsching, gemeinsam mit Bob Zabek und Didi Sommer.

Mia wiad a weng dumpa, mia föd a weng d’kraft
Im gschäft hams nua klumpat, im gulasch nua saft
Woit singa a liadl im Franz und im Schorsch
Aba da Franz is a nazi und da Schorsch is a oasch

Hei, hei, hei, hei …





Und nichts weiter …

8 05 2009

wenn einmal dereinst dein letzter schlag ertönt – mein herz
vergib mir meine ausschweifungen
die dich früher oft nah an deine grenzen trieben
tapfer hast du geschlagen
fest und unverzagt

doch muss ich nun die wahrheit sagen
ich glaube nicht
an eine seele, einen geist
der in dir wohnt

wenn dereinst dein letzter schlag ertönt
wirst du ruhen und zerfallen und dein haus rundum mit dir
zu staub werden
zur erde zurückkehren
und nichts weiter

vor meiner geburt war ich tot
nach meinem tod bin ich es wieder
es hat mich vorher nicht gestört
und wird’s auch nachher nicht

ich glaube an keinen dualismus
von körper und geist und damit ist eigentlich
schon alles gesagt
doch möchte ich noch etwas klarstellen

ich brauche keinen schöpfer
keinen großen bruder, der überall zugegen ist,
der meinen gedanken belauscht in einem ewigen lauern
mich zur hölle fahren zu lassen

sollen die doch davon träumen oder sich fürchten (zur hölle zu fahren)
die solchen ängstlichen phantasien etwas abgewinnen können
vielleicht weil sie fürchten, sie könnten sonst keine guten menschen sein
oder könnten keine moral und ethik besitzen
würde eine mächtige allesverschlingende gewalt
ihre seele nicht zur strafe quälen

jene, die eine ewige folter als sinnstiftend empfinden
oder ein ewiges frohlocken, vielleicht ein ewiger rausch
ihnen möge doch bitte geholfen werden
jene, die ihr leben nicht mit sinn und freude anfüllen können
die glauben, kein schmerz und keine trauer könnte gelindert werden
kein atemzug frei getan, gäbe es eine seele nicht, ein leben nach dem tod,
ein paradies, einen oder mehrere götter,
sind kinder
sie brauchen einen trost, den sie sich wie eine gütige mutter
herbeiweinen können
sie sind im leiden gefangen
im materialkrieg der evolution
reicht einem niemand die hand
meinen sie
könnte es kein mitleid geben und keine hilfe

danach, dahinter, später
dort vermuten sie ihre gerechtigkeit
dort darf sie nur sein
doch dort oben
drehen sich nur die sterne, die planeten
brennen atomare feuer
wirken unbeschränkte kräfte

wir selbst
wir menschen
sind tiere
anhäufungen von zellen
sind bakterien
sind die erben
einer vervielfältigungsmaschine
vor milliarden von jahren entstanden
nicht erschaffen
nicht herbeigezaubert
so seht das doch

wir tragen unsere verantwortung ganz alleine
wann werden wir erwachen, uns den rotz von der nase wischen
und uns umsehen
alles um uns ist SO (es ist doch alles da)
kein wunder
keine magie
keine erhörten gebete
wer loslassen kann
sich in die freiheit des lebens hinaustraut
wird nach dem ersten tasten und fürchten
eine welt entdecken
die viel wunderbarer und erfüllender ist
als aller glaube an götter und magie je sein kann
wir sind das leben
unsere zellen gehorchen uns nicht
sie gehören uns nicht

und gehen wir dereinst
kommt unser kreislauf zur ruhe
so ärgert euch nicht
niemand hat euch angelogen
ihr hättet die wahrheit immer sehen können
klar und deutlich habt ihr sie vor augen

seid euch sicher
ich verstehe euer leiden
genauso wie ihr das leiden
anderer versteht
empathie und moral ist uns angeboren
ist ein instinkt
das helfen steckt in jedem von uns
wie die sprache
wie die vernunft
wie das sehen
und das hören

seid vernünftig
seht doch wer ihr seid
klopfende herzen
wunderbar
wieviele wunder braucht ihr noch
mir ist dieses alles
das größte und einzige wunder
eine symphonie, die sich selbst schreibt
und sich selbst hört
eine vollkommene leere
die alles ausfüllt
würde ich daran etwas ändern wollen,
herbeiwünschen, herbeibeten,
was für ein kleinlicher mensch wäre ich
ein spiegel voller staub
ein vogel der nicht fliegen will

darum höre: wenn dereinst dein letzter schlag ertönt – mein herz
wirst du ruhen und zerfallen und dein haus rundum mit dir
zu staub werden
zur erde zurückkehren
und nichts weiter
und nichts weiter





SostPriktum Sloetry Pam

29 04 2009

Ähh … poetry slam im Solaris! Morgen! Merken! Ich! Mir!

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Schrumpelgemüse und haarige venusfliegenfallen: Frage der woche

29 04 2009
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G. Arcimboldo

Eine dringende frage quält wieder: “Immer wieder werde ich als Mann angesprochen (s. dazu mein aktuelles Bloggeflöte). Auf der Straße nur im Fasching, im Schriftverkehr aber ganzjährig. Das stimmt mich nachdenklich, da ich im echten Leben seit 30 Jahren der Spezies “Kittelvolk” zugeteilt bin. Hier nun die Fragen der Woche: Warum tritt das Menschengeschlecht in mindestens zwei Formen auf? Hat das einen evolutionären Sinn? Mir erscheint dieses Design recht ineffizient und nicht zwingend schön, zumal einige Menschengeschlechtsteile wie “verschrumpeltes Gemüse vom Mond” (Glossengott Goldt) aussehen.

Gruß und Kuss,

“Herr” Minkasius”

Sehr geehrter Herr Pangasius,

Zuerst zum einfachen teil ihrer frage: Die geschlechtliche fortpflanzung bezieht ihren vorteil gegenüber der asexuellen aus dem konzept der Muller-Ratsche und ermöglicht die reduktion von mutationen der nachkommen im erbmaterial durch die rekombination der chromosomen.  Die wahrscheinlichkeit, dass ein asexuell erzeugtes individuum weniger mutationen im erbgut als seine eltern hat, ist nämlich praktisch null. Daher würde fast durchweg eine stete zunahme der erbfehler erfolgen, auch weil eine zufällige rückkombination irgendwo in der nähe von p = 10 -18 angesiedelt ist und damit sind wir sex-besessenen  eindeutig die bessere spezies!

Romantischere leser würden vielleicht auch dem antiken mythos des „kugelmenschen“, der in Platons „Symposion“ erwähnt wird, etwas abgewinnen. Platons Aristophanes berichtet dort von einer ursprünglichen einheit der beiden menschengeschlechter, die aber von einem gott (Zeus) aus angst geteilt wurden.

Und auf die fangfrage mit dem „inefficient design“ lass ich mich gar nicht ein! Als schwerster, erbittertster, superriesengegner eines „intelligent design“ mit dem eventuellen vorwand/argument eines „blinden uhrmachers“ kann ich nur sagen: Hört doch endlich auf eure kindischen unsichtbaren beschützer in die komplizierte welt hineinzuprojizieren und werdet vernünftig! Ihr seid doch großteils schon atheisten bzw. agnostiker – auch die katholiken (vielleicht sogar besonders die?) – da ihr an die meisten götter gar nicht glaubt! Oder wer glaubt heute an Zeus, Odin, Ra, etc.? Also könnt ihr denn nicht endlich auch den letzten schritt in die selbstständigkeit wagen, und auch die verbleibenden götter, geister, feen, dämonen aus eurem alltag verbannen? Nein? Na dann eben nicht.

So. Was hätten wir noch? Verschrumpeltes gemüse vom mond? Lieber nicht. Der versuch einer ästhetik der cocks’n'balls würde hier den rahmen sprengen.

Zur angesprochen anekdote auf ihrem blog möchte ich allerdings noch gerne etwas aus meinem eigenen erfahrungsschatz beifügen. In meinen jungen jahren (lang ists her) wurde ich bereits opfer einer religiös motivierten diskriminierung, die ich schließlich nur durch eindeutigen hinweis auf meine primären geschlechtsorgane („But look! I got a penis and also testicles, so come on … no! Don’t touch it!“) abwenden konnte. Und zwar trug es sich zu, dass ich im zarten alter von 19 jahren in Jordanien eine moschee besuchen wollte (aus zugegebenermaßen profan-touristischen beweggründen), aber am betreten mit den worten „No women! Women wear veil!“ gehindert und zum verschleiern aufgefordert wurde. Meine damals schulterlange grunge-metal-haartracht befand sich bereits in pubertärer wandlung richtung  „beehive“ oder „B-52“ und fehlender bartwuchs machte sich hier negativ bemerkbar. Ein beherzter griff der eigenen hand zu meinen kronjuwelen verdeutlichte die schlimme verwechslung, der der moscheen-türsteher zum opfer fiel und erließ mir den ansonsten wohl notwendigen gang zur frauen-gleichbehandlungs-behörde. Seither werden meine haare selten länger als 7,5 cm. Wahrscheinlich aus angst …

Herzlichst,

ihre frau Monet.





SCHWöster Slam

22 04 2009

schwöster poetry slam

schweiz gegen österreich. ein ländermatch der besonderen art.
nicht tore zählen, sondern texte.

team CH: gabriel vetter, lara stoll, renato kaiser
team Ö: stefan abermann, didi sommer, clara felis
slam master: markus köhle und mieze medusa

Posthof, eintritt EUR 3 / 5 / 7.  Infos hier.

Davor am 23. + 24. workshops im stifterhaus. Infos hier.





Frage der Woche – Sex und Gewalt im Hasenmilieu

11 04 2009

Auch diese woche wieder eine brennend aktuelle frage zum festtrauerwochenende Ostern. In Schweden “Påsk” genannt, drängte sich mir folgendes auf:

“Werteste Mink!
Eine Osterfrage: Im land des rentiers (Schweden) wird zu ostern eine ganz ähnliche herumeierei betrieben wie im heimatlichen Österreich, allerdings mit einigen kleinen unterschieden. Ich habe mir sagen lassen, dass niemand eier aneinanderschlägt, um sich im wettkampf zu messen. Auch bringt die eier nicht ein hasentier, sondern eine hexe. Angeblich fliegt sie extra vorher nach Blåkulla, um sich dort mit diesen hühnerembryos einzudecken.Warum um alles in der welt haben wir einen hasen als lieferanten? Ich würd viel lieber von attraktiven besenreitenden freiweibern beeiert werden! Kann man da was machen?Gackernde Grüße,

René Monet”

Die antwort der verlässlichsten aller verlässlichen auskunftsstellen zu wirklich wichtigen problemen findet sich wie gewohnt in Minkasias Tugendterror-Blog! Möget auch ihr die eier haben und diese gekonnt im streite aneinanderschlagen, bis eines bricht!